Botulinumtoxin

Botulinumtoxin-A ist ein natürlich vorkommendes Bakteriengift und wird seit Jahren als zugelassenes Medikament beim Menschen zur Entspannung von Muskelverkrampfungen eingesetzt. Neuerdings hat man erkannt, daß es auch im Gesichtsbereich wirksam zur Reduktion von Falten eingesetzt werden kann.

Botulinumtoxin-A: Wirkmechanismus

Seine Wirkung beruht auf einer Blockade von bestimmten Nervenimpulsen. Wird es in den Muskel gespritzt, blockiert es dorthin weitergeleiteten Nervenimpulse, so daß der entsprechende Muskel nicht mehr wie gewohnt angespannt werden kann. Andere Nervenfunktionen, wie das Fühlen oder Tasten durch die Haut, werden dadurch jedoch nicht beeinflußt. Der Einsatz bei mimisch bedingten Falten erfolgt allerdings außerhalb der medizinischen Indikation. Es dient ausschließlich der kosmetischen Korrektur dieser Falten.
Durch die gezielte Hemmung bestimmter Gesichtsmuskeln hauptsächlich im Stirnbereich kann dort ein Verstreichen der Faltenbildung erzielt werden. Die Wirkung hält in der Regel etwa 3 Monate an, so daß für einen nachhaltigen Effekt in der Regel Wiederholungsbehandlungen erforderlich sind.

Nebenwirkungen

Wie bei jeder anderen Einspritzung in die Haut kann es in seltenen Fällen auch zu einer Hautreizung oder in wenigen Fällen auch vereinzelt zu Infektionen, zu einer leichten Schwellung oder zu einem kleinen Bluterguß kommen. Deshalb sollte eine Woche vor der Behandlung weder Aspirin noch irgendein anderes blutverdünnendes Medikament eingenommen werden. Bei ungleichmäßiger Wirkung kann vorübergehend ein unebenmäßiger (asymmetrischer) Gesichtsausdruck entstehen. In einem solchen Fall ist eine Korrektur, das heißt ein Nachspritzen des Medikamentes innerhalb der nächsten Tage eventuell erforderlich. Bei ausgeprägter Wirkung im Augenbrauenbereich kann es zu einer vorübergehenden Absenkung des Oberlides kommen.

Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit

Es wurden keine tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität durchgeführt. Erfahrung beim Menschen während der Schwangerschaft und der Stillzeit liegen nicht vor. Botulinumtoxin-A darf während der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Sollte eine Behandlung bei Frauen im gebärfähigen Alter notwendig sein, muß vor Behandlungsbeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Ist eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich, muß abgestillt werden.

Anwendung bei Kindern

Da bisher keine klinischen Erfahrungen bei Kindern vorliegen, darf Botulinumtoxin-A bei Kindern nicht angewendet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Botulinumtoxin-A mit Wirkstoffen, welche auf das Nervensystem oder die Muskulatur wirken bzw. die krampflösend wirken, ist mit Interaktionen zu rechnen. Insbesondere wird weiterhin auf Interaktionen mit Antibiotika aus der Aminoglykosid-Gruppe wie Streptomycin, Neomycin, Gentamycin, Kanamycin sowie auf Spectinomycin, hingewiesen. Solange die Wirkung von Botulinumtoxin-A anhält, sollten auch weiter Antibiotika wie Polymyxinem, Tetrazykline und Lincomycin nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden. Überhaupt sollten Sie Ihren Hautarzt bei der Anwendung von Botulinumtoxin- A genau informieren, welche Medikamente Sie noch einnehmen. Er wird Ihnen dann genau sagen können, ob Wechselwirkungen auftreten können.